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Kleine Geschichte der Seife

Erste Hinweise auf Seife finden sich schon in der 5000 Jahre alten Kultur der Sumerer. Mit der Vermengung von Pflanzenasche und Ölen schufen die Sumerer einen Vorläufer, nutzten diese Mischung wahrscheinlich jedoch eher als Heilmittel als zum Waschen. Das Wissen der Sumerer wurde von den Ägyptern und Griechen übernommen. Doch erst die Römer erkannten die reinigende Wirkung der Seife.

Die Seife in ihrer heutigen Form entstand erst im 7. Jahrhundert. Damals verkochten Araber erstmals Öl und Lauge miteinander – so wie es auch heute noch in der Seifenherstellung geschieht. Dank des damals regen Austausches der Kulturen breitete sich das Wissen zur Seifenherstellung schnell über Europa aus. Vor allem Spanien und Frankreich gehörten zunächst zu den Zentren der Seifenherstellung.

König Ludwig XIV. – Förderer der Seifenkultur

Ihre erste große Blüte erlebte die Seife im 17. Jahrhundert. König Ludwig XIV. holte die besten Seifensieder der damals bekannten Welt nach Versailles. Seinem Reinheitsgebot für Seife aus dem Jahr 1688 folgen wir noch heute: Seife gilt dann als besonders hochwertig, wenn sie einen Fettsäuregehalt von 72 Prozent hat.

In der Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden Seifenfabriken in Marseille, Toulon und Lyon, aber auch in Deutschland und England.

Dem Franzosen Nicolas Leblanc verdankt die Seife ihren endgültigen Siegeszug. Ihm gelang es 1790, größere Mengen Soda herzustellen. Damit konnte die bis dahin verwendete Pottasche ersetzt und Seife in großem Stil hergestellt werden. Als 1865 der Belgier Ernest Solvay das Solvay-Verfahren entwickelte, stand endgültig genügend Soda für die Seifenherstellung zur Verfügung. Seife wurde zu einem bezahlbaren Produkt.